Sonntag, 10. November 2013

*Rezension* - Zeilen unserer Liebe von Patricia Adam

http://www.thg-verlag.de/patricia-adam.htmlDas Buch "Zeilen unserer Liebe" von Patricia Adam wurde mir von einer meiner liebsten Freundinnen ans Herz gelegt und so habe ich natürlich auf ihre Empfehlung gehört und angefangen es zu lesen. Es ist die Geschichte von Jil und Steven - zwei Menschen, die sich lieben aber dennoch nicht zusammen sind, weil zwischen ihnen nicht nur jede Menge Missverständnisse stehen sondern auch Stolz. Stolz zuzugeben, wenn man einen Fehler gemacht hat und die Angst davor, immer wieder aufs Neue enttäuscht zu werden. Doch ist die Angst vor der Enttäuschung es wert, sich der Einsamkeit zu ergeben?

Jil schlägt sich so durchs Leben und das mit einem Job, den sie selbst als eine Art "Prostitution" bezeichnet, doch hier geht es nicht um die herkömmliche Variante sondern um den Verkauf ihres eigenen Könnens, mit dem andere Menschen zu Bestsellerautoren werden. Jil ist eine Ghostwriterin und weil sie es eben nicht schafft, ihre eigenen Gefühle aus ihrer Arbeit herauszuhalten schreibt sie ein Buch, das die Geschichte der Liebe von ihr und Steven wiederspiegelt. Durch einen Zufall wird Steven auf dieses Buch aufmerksam und macht sich auf die Suche nach Jil, die er durch einen dummen Fehler verloren hat...

Juhu, ein rosa glitzernder Frauenroman, der es auch noch schafft, meine doch manchmal sehr kritische Freundin zu überzeugen? Na gut, dann will ich mal nicht so sein und greife mir das Buch, um darin zu schmökern. Und ja, ich kann sie verstehen. Die Idee der Geschichte finde ich richtig schön, auf eine herzerwärmende Weise schön. Steven kommt zu Jil und bittet sie, für ihn ein Buch zu schreiben, ein Buch, das nicht einfach nur irgendeine Geschichte enthält, sondern ihre gemeinsame Geschichte. Doch kann es nach seinem Betrug noch eine gemeinsame Geschichte geben?

Der Schreibstil der Autorin ist anders, aber toll, ich mochte ihn wirklich gerne und er hat mich durch die Seiten fliegen lassen. Er hat in mir Gefühle erweckt, mich zum Lachen gebracht und dafür gesorgt, dass mein Herz schneller schlug weil ich immer wissen wollte, wie die Geschichte ausgeht. Nun könnte man denken, bei einem Rosa-Glitzer-Roman ist es ja eigentlich klar, wie die Geschichte ausgeht und ich müsste lügen, wenn ich kein Happy End erwartet hätte. Dennoch war für mich persönlich das Ende nicht auf die Art vorhersehbar, wie es dann tatsächlich geschehen ist.

Steven und Jil sind zwei Protagonisten, die man einfach gern haben muss aber auf eine besondere Art gern. Denn eigentlich möchte man Jil die ganze Zeit schütteln und ihr dann doch wieder über den Kopf streicheln nur um sie anschließend abzufüllen, damit sie mal ein wenig vergessen kann. Und Steven ist so ein Mann, den sich wohl eigentlich jede Frau insgeheim ein wenig wünscht. Ein Mann, der weiß was er will - auch wenn es etwas gedauert hat - und dazu noch nicht bereit ist, locker zu lassen. Beide Figuren sind schön gezeichnet, mit Ecken und Kanten und genau das macht sie zu etwas besonders Tollem.

Ein klein wenig traurig gestimmt hat mich die Thematik rund um Tante Vony, die ja irgendwie doch ein Verlierer ist, obwohl sie in meinen Augen wie ein Gewinner gehandelt hat. Doch das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch.

Wer Lust hat, sich einfach einmal wieder davontragen zu lassen, durch die Seiten zu fliegen und dabei sich den Gefühlen hinzugeben, die das geschriebene Wort hervorrufen kann, der sollte sich jetzt einfach etwas Zeit nehmen, um "Zeilen unserer Liebe" zu lesen. 5 von 5 Kleeblättern und einen dicken Kuss für meine Hibi!

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