Sonntag, 24. März 2013

*Rezension* - Marina von Carlos Ruiz Zafón

Im Rahmen des Buchclubs habe ich Marina von Carlos Ruiz Zafon gelesen und ich habe alles erwartet aber sicher nicht das, was dann kam. Das Buch ist skurril, schön aber irgendwie auch einfach seltsam und ich kann gar nicht so richtig sagen, wie ich es nun eigentlich wirklich finde. Aber auf jeden Fall hat es sich gelohnt, einmal in eine ganz andere Richtung zu gehen und etwas zu lesen, das sonst eher nicht meine Richtung gewesen wäre.

Zum Buch:
"Wir alle haben im Dachgeschoss der Seele ein Geheimnis unter Verschluss. Das hier ist das Meine"
Oscar ist ein Junge von 15 Jahren, der bei einem Ausflug aus dem Internat heraus die hübsche Marina kennenlernt. Sie entführt ihn auf einen geheimen Ort in Barcelona und genau hier beginnt ihr Abenteuer. Sie beobachten eine geheimnisvolle Frau, folgen ihr und sind plötzlich mittendrin in einem ebenso aufregenden wie magischen und aufregenden Abenteuer, mit dem sie ganz sicher nicht gerechnet hätten.

Meine Meinung:
Ich finde es ziemlich schwierig über dieses Buch zu schreiben, ohne zu viel zu verraten. Auf jeden Fall habe ich anhand der Zusammenfassung etwas völlig anderes erwartet und war umso erstaunter über die Entwicklung, die das Buch genommen hat. Eigentlich dachte ich, ich werde eine zarte Liebensgeschichte lesen, die sich vor der Kulisse von Barcelona abspielt. Weit gefehlt. Romantik war in diesem Buch nicht zu finden. Marina und Oscar entwickeln zwar Gefühle füreinander, diese gehen jedoch in der Kuriosität der Geschichte unter, denn die Geschichte dreht sich eigentlich um einen Geschäftsmann, der eine ganz eigene Leidenschaft entwickelt hat. Kowalnik kam nach Barcelona und hatte eine Vision. Oscar und Marina bleiben bei der ganzen Sache jedoch irgendwie so farblos und langweilig. Das tut einem leid als Leser, denn sie haben eigentlich so viel Potential. Völlig unpassend zeigt sich dann auch das Ende des Buches, wo der Autor anscheinend versucht die Kurve zu bekommen, die den Titel des Buches rechtfertigt. In meinen Augen ist das nicht so gelungen. Ich möchte aber positiv erwähnen, dass die Beschreibung von Barcelona so farbenfroh ist, dass ich manchmal das Gefühl hatte, mittendrin zu stehen. Dieser Fakt hat das Buch eigentlich so wirklich lesenswert gemacht.

Fazit:
Wer es außergewöhnlich mag, der ist mit diesem Buch gut bedient. Wer jedoch eine Liebesgeschichte erwartet, der sollte vielleicht lieber zu einem anderen Buch greifen. 2 von 5 Kleeblättern.


Kommentare:

  1. Hmmmm.... Diese Rezension regt mich jetzt doch glatt dazu an, zu diskutieren. :D

    Ich persönlich fand das Buch genial. Aber du hast recht, man darf es nicht als Liebesgeschichte lesen, das funktioniert nicht. Ich finde allerdings nicht, das man für eine unerwartete Geschichte einen besonderen Hang zum Außergewöhnlichen braucht...
    Und ich hatte irgendwo auch den Eindruck, dass die Beziehung der Beiden durch die andere Geschichte erzählt wurde. Marina ist für ihn einfach untrennbar mit der Erinnerung an diese Geschichte verbunden, also habe ich den Titel auch als passend empfunden...

    Was genau hat dich denn an dem Buch so gestört? So ganz erfassen konnte ich das nicht... :)

    Lg Katha

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    1. Hallo Katha :)
      Mit dem Hang zum Außergewöhlichen meine ich eigentlich die Entwicklung, die das Buch nimmt, da die Geschichte ja doch etwas seltsam wird und das aus dem Klappentext so gar nicht ersichtlich wird und das ist eigentlich auch genau das, was mich gestört hat. Ich wähle Bücher ja zum großen Teil nach dieser Zusammenfassung aus und die hat mir etwas völlig anderes suggeriert. Zudem fand ich, dass gerade die Geschichte von Oscar und Marina zu kurz kam und das Ende zwischen den beiden habe ich auch vorhergesehen

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  2. Handy hat zu früh abgeschickt :) ich bin glaub ich auch einfach mit zu hohen und vor allem anderen Erwartungen an das Buch gegangen.

    LG
    Jana

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    1. Sich nach Klappentexten zu richten ist oft genug gewagt, ich finde, die sind immer eher abstoßend, weil 2/3 sich gleich lesen. :D
      Das mit der vorhersehbaren Geschichte stimmt, ich fand zwar, dass es die Handlung in dem Fall eher unterstrichen hat, das schon zu wissen, aber das ist wohl Geschmackssache. :)

      Interessant auf jeden Fall, mal ein mehr oder weniger gegensätzliches Feedback zu hören. :)

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    2. Ja bei den Klappentexten hast du wohl recht aber ich möchte wenigstens eine grobe Richtung erkennen können, in die es geht und da wurde man hier ja wirklich an der Nase herumgeführt :D

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    3. Dass man in der Richtung nach Strich und Faden verarscht wurde, kann ich nach nochmaligem Lesen nur bestätigen. :D

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    4. Hihi, siehst du, daher mein Unmut :D

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    5. Ich hatte wohl einfach das Glück, dass ich schon wusste, was ich zu erwarten hatte, dank "Der Schatten des Windes" :D

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    6. Ah okay, das habe ich noch nicht gelesen. Steht auf jeden Fall auf meiner Liste auch wenn ich nicht weiß, ob ich es nun nach Marina lesen sollte. Wobei, die Beschreibungen von Barcelona fand ich ja wirklich gut.

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    7. Lies es, wenn auch nicht direkt danach. Das Buch ist klasse, diesmal stehen, soweit ich mich erinnere, auch die Geschichten der Hauptpersonen mehr im Vordergrund. Ich fand es sogar noch ein ganzes Stück besser als Marina.

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    8. Ok :D Besser als Marina kann es ja nur werden :D

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    9. Ansichtssache ;)

      Vom "Spiel des Engels" würde ich auf jeden Fall abraten, das ist nicht wirklich schlüssig gewesen :D

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    10. Hast du alle von ihm gelesen? :) Hast du sie irgendwo rezensiert? :D

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    11. Die Barcelona-Bücher bis auf das Neueste schon.
      Und nein, habe ich nicht, dazu hat mir bisher die Zeit gefehlt :D

      Ich werde wohl auch nie ein Detailrezensent werden, ich beschränke mich demnächst auf kurze Punktevergaben auf meinem Blog^^^
      Da geht es auch eher ums Schreiben. :)

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    12. Aber über dein Profil kann ich deinen Blog nicht finden :(

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    13. Komisch... :O

      Der Link ist einfach: www.literareon.blogspot.com

      Muss ich später mal in Ruhe schauen, was da wegen Profil los ist.

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  3. Ich glaube, das war jetzt die erste schlechte Meinung zu Carlos Ruiz Zafon, die ich JE gelesen habe... Puh! :D Jetzt fühle ich mich nicht mehr ganz so schlecht, weil ich noch nie was von ihm gelesen habe! ;)
    (Obwohl es ja schon nach einem Buch klingt, was mir gefallen würde... Ich finde außergewöhnliche Bücher total interessant!)

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    1. Und ich fühl mich schlecht, weil ich so eine schlechte Meinung habe aber nun fühle ich mich nicht mehr ganz so schlecht. Ich habe auch echt noch mal drüber nachgedacht aber nee, meins war es einfach nicht :(

      LG

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