Mittwoch, 6. März 2013

*Rezension* - Die schöne Philippine Welserin von Brigitte Riebe

Ich muss ja zugeben, dass diese Rezension heute etwas ganz besonderes für mich ist, da es sich um das erste Reziexemplar handelt, das ich in der Hand halten durfte. Danke dafür an den Gmeiner Verlag :) Ich habe "Die schöne Philippine Welserin" in zwei Tagen ausgelesen und muss sagen, so ein historischer Roman war mal wieder wirklich schön. Die Geschichte um eine junge Frau, die im 16. Jahrhundert für ihre Liebe kämpft, ist interessant und unterhaltsam.

Zum Inhalt: 
Philippine Welserin lernt bei ihrer Tante den Kaisersohn Ferdinand kennen und verliebt sich in ihn. Die Kaufmannstochter ist zwar keine schlechte Partie, für einen Kaisersohn jedoch nicht haltbar. Dennoch kommen die beiden gegen ihre Liebe nicht an und als sie sich wiedersehen, heiraten sie heimlich. Eine Heirat, die unter gar keinen Umständen an die Öffentlichkeit gelangen darf. Philippine bekommt mehrere Kinder von Ferdinand, sieht sich Anfeindungen gegenüber und hört doch nicht auf, für ihr Glück zu kämpfen.

Meine Meinung: 

"Geschichte ist die Lüge, auf die wir uns geeinigt haben" Voltaire

Ich lese ab und an mal wirklich gerne historische Romane und wenn sie dann noch auf echten Figuren beruhen, dann umso besser. So ist es auch in dem Buch "Die schöne Philippine Welserin". Wie die Autorin uns wissen lässt, hat es diese starke junge Frau wirklich gegeben. Dennoch ist das Buch mit dichterischer Freiheit versehen. Nichtdestotrotz hat Brigitte Riebe aber auch jede Menge Fakten einfließen lassen, die mich so neugierig gemacht haben, dass ich nach der Lektüre erst einmal weitere Informationen über die Welserin eingeholt habe. Die tragische Liebesgeschichte reißt einen wirklich mit. Ausgerechnet der Sohn des Kaisers muss das Herz von Philippine erobern. Ich denke ich verrate nicht zuviel wenn ich sage, dass dies gewiss nicht jedem in ihrem Umfeld zusagt und sowohl Philippine als auch ihre Lieben immer wieder der Gefahr ausgesetzt sind, den nächsten Tag nicht zu überleben. Die Hauptfigur ist schön gezeichnet. Besonders gut gefallen hat mir der Aufbau der Kapitel. Zu Beginn wird immer eine Heilpflanze durch eine Zeichnung eingeführt. Grund hierfür ist, dass Philippine gemeinsam mit ihrer Mutter die Kraft der Pflanzen zu nutzen wusste und eine angesehene Kräuterkundige war. Zugleich informiert die Autorin über die Eigenschaften der Pflanze und tatsächlich spielt auch in jedem Kapitel genau diese Pflanze eine Rolle. Das Kapitel ist in zwei Bereiche unterteilt. Einmal gibt es die Perspektive des Beobachters und dann gibt es noch die Tagebucheinträge von Philippine. Das erhöht die Spannung und den Spaß am Lesen.

Etwas farblos bleibt dagegen Ferdinand. Er scheint mir irgendwie ein wenig feige zu sein, obwohl er sich natürlich dennoch für seine Frau immer wieder einsetzt. Er lässt sie jedoch mit ihren Schwangerschaften und ihren Leiden viel allein. Obwohl sich am Ende ja doch irgendwie alles findet, hängt die Tragik doch auch mit Ferdinand an sich zusammen. Als starke Figur habe ich dagegen Tante Kat und auch die Mutter von Philippine empfunden.

Deklariert wird das Buch als "Historischer Kriminalroman". Das war der einzige Punkt, der mich irgendwie etwas enttäuscht hat. Es war zwar spannend aber ein Kriminalroman ist es nicht. Eher eine angepasste Biografie. Zwar hat dies dem Lesevergnügen keinen Abbruch getan aber dennoch geht man mit etwas anderen Erwartungen an das Buch heran. Hervozuheben ist jedoch auf jeden Fall das Wissen der Autorin, die eine wirklich gründliche Recherche durchgeführt und die Informationen ansprechend verpackt hat.

Mein Fazit: 
Ein gelungener historischer Roman, der zu unterhalten weiß. Er gibt einen schönen Einblick in das Leben und die Probleme im 16. Jahrhundert, ist bestückt mit abwechslungsreichen Charakteren und auch der Schreibstil ist sehr flüssig und ansprechend. Wer gerne historische Romane liest, der sollte sich das Buch nicht entgehen lassen. 4 von 5 Kleeblättern.

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