Dienstag, 12. März 2013

*Rezension* - Die Schaluppe nach Gorée von Tom Linden

Als Tom Linden mich bat, seinen Roman "Die Schaluppe nach Gorée" zu lesen, musste ich tatsächlich erst einmal Google befrage, was denn eigentlich eine Schaluppe ist und wo ich schon mal dabei war, habe ich auch direkt nachgesehen, wo denn eigentlich Gorée liegt. Das hätte ich mir auch sparen können, denn das wird alles auf anschauliche Weise in dem Buch erzählt.

Zum Inhalt:
Christoph ist 26 und hat sieben lange Wochen vor sich, bis er in seinem neuen Job starten muss. Die Zeit möchte er nutzen, um nach Tibuktu zu reisen. Allerdings macht er auf seiner Reise erst einmal Halt in Dakar, der Hauptstadt von Senegal und was er dort erlebt, hätte er sich wohl nicht zu träumen gewagt. Er lernt die schöne Zaina kennen, kommt mit den Sitten des Landes in Konfligt, findet Freunde und Feinde und erhält tiefere Einblicke in das Leben von Dakar, als er eigentlich haben wollte. Ob er schließlich wirklich in Timbuktu ankommt, davon solltet Ihr Euch überraschen lassen.

Meine Meinung:
Ich hatte so gar keine Vorstellungen, was mich bei dem Buch erwarten würde. Im Laden hätte der Titel mich wahrscheinlich vom Kauf abgehalten aber das Titelbild dennoch meine Aufmerksamkeit erregt. Ich bin ein großer Fan von Romanen, die in Afrika spielen, sich mit Kultur und Menschen des Landes beschäftigen und ganz nebenbei auch noch unterhalten. Also wie gesagt, ich hatte keine Erwartungen. Daher war ich doch etwas erstaunt, dass der Roman bereits ziemlich schnell begann und für einen leichten Einstieg sorgte. Christoph scheint mir ein wenig naiv, aber er ist ja auch erst 26 und als er Zaina kennenlernt, setzt bei ihm sowieso das logische Denken aus. Er reist mit ihr auf die Insel Gorée und mietet dort ein Haus, das eigentlich nur eine kleine Hütte ist. Ich finde, der Autor hat Landschaft, Leben und Menschen hier sehr gut beschrieben. Mir wurde warm beim Lesen :) Zaina fängt an, ein Spielchen mit Christoph zu spielen und als der Leser sich schon längst fragt, was er eigentlich noch bei dieser afrikanischen Schönheit will, ist er längst in ihrem Sog verschwunden. Allerdings ist er kein Kind von Traurigkeit und als er genug hat von dem ganzen Hin und Her, bandelt er erst mit einer kanadischen Touristin an und schließlich mit Antoine, die er ebenfalls irgendwie faszinierend findet. Immer zur Seite steht ihm Patrice, den er auf Gorée kennenlernt und der ihn auch bei der Suche nach seinen Sachen unterstützt, die geklaut wurden. Zwischendrin hätte ich Christoph am liebsten rechts und links eine Ohrfeige gegeben, denn so dumm kann man doch eigentlich nicht sein, oder doch? Ich habe versucht, ihn zu verstehen, aber es ist mir einfach nicht gelungen. Nichtsdestotrotz habe ich die Reise durch Dakar und Umgebung genossen. Das Buch war spannend, hatte interessante Wendungen drin und hat dafür gesorgt, dass ich dran bleibe. Lediglich beim Ende hatte ich irgendwie das Gefühl, der Autor wollte es einfach nur noch schnell zu Ende bringen. Hier hätte ich mir irgendwie noch mehr gewünscht.

Mein Fazit:
Durchaus lesenswert und eine schöne Unterhaltung, nicht nur für Afrika-Fans. Man merkt, dass der Autor seine Figuren mag und sich auch mit Land und Leuten auseinander gesetzt hat. Von mir gibt es vier von fünf Kleeblättern.

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