Mittwoch, 27. Februar 2013

*Yasmins Bücherwelt* - Mia und Serafina von Kerstin Michelsen

Heute gibt es mal wieder eine kleine Rezension von Yasmin und mir. Kerstin Michelsen war so lieb, uns "Mia und Serafina" zur Verfügung zu stellen. Wir haben etwas länger gebraucht, weil wir immer nur am Abend zu zweit die Zeit haben und natürlich uns auch über das Gelesene unterhalten. Aber hier ist sie nun, die Rezension und direkt darunter findet Ihr sogar ein Interview mit der Autorin. Herzlichen Dank dafür :)

1) Was passiert in dem Buch?Das Buch handelt von einem Mädchen, das heißt Mia und ist ungefähr so alt wie ich. Naja, ein wenig älter. Sie wird ständig von den anderen Kindern geärgert und nur Johann hilft ihr. In den ist sie sogar ein wenig verliebt. Dann lernt Mia aber Serafina kennen und Serafina ist kein anderes Mädchen, sondern eine Maus. Sie ist Mias ganz persönliche MdL und hilft ihr nun, mutig zu werden. 
 

2) Was hat dir gut gefallen?
Ich finde es super, dass Serafina zu Mia gekommen ist und ihr helfen wollte. Außerdem ist es echt praktisch, dass keiner Serafina sehen konnte, denn so war sie immer bei Mia aber keiner wusste es und Mia konnte sich sicher fühlen. Tiere sind eben richtig gut für Kinder.

3) Was hat dir nicht so gut gefallen?
Dass es stimmt, dass manche Kinder andere immer ärgern müssen, obwohl die eigentlich ja gar nichts gemacht haben. Ich glaube aber, diese Kinder sind selber nur sehr schüchtern und haben Angst und wollen vor ihren Freunden toll sein.

4) Wie findest du das Bild auf dem Buch?
Genau so habe ich mir Mia auch vorgestellt und Serafina ist einfach nur süß, genau wie mein Meerschwein.

5) Was hast du gelernt?
Ich habe gelernt, dass es sich lohnt, an sich selbst zu glauben, Mut zu haben und sich durchzusetzen. Freundschaft ist ganz wichtig und ich habe zwar keine MdL aber ich habe auch tolle Freunde und zusammen sind wir richtig stark. 

6) Und was sagt die Mama?
Gerade für mich als Mutter eines Grundschulkindes ist das Thema "Ärgern" natürlich von großem Interesse. Yasmin gehört auch eher zu der schüchternen Kategorie und so lieb ihre Freunde auch sind, so kann sie sich doch eher selten durchsetzen, wenn sie mal geärgert wird (was zum Glück kaum vorkommt). Es hat viel Spaß gemacht, das Buch mit ihr zu lesen und man konnte merken, dass sie doch öfters einen kleinen Aha-Effekt hatte und sich immer mehr aufgerichtet hat, weil sie auch stark sein möchte. Das Buch ist ideal für alle, die liebevolle Geschichten mögen - egal ob große oder kleine Leser. Von uns gibt es fünf von fünf Kleeblättern. 



Im Rahmen unserer Leseaktion habe ich gleich auch die Chance genutzt und um ein Interview mit Kerstin Michelsen gebeten. Hier könnt Ihr lesen, wie sie eigentlich auf die Idee zu dem Buch kam und ob sie eigentlich schon immer Autorin werden wollte...



      Zeilenreichtum:   Kerstin, ich habe mit meiner Tochter „Mia und Serafina“ gelesen und wir haben festgestellt, dass Du damit den Nagel auf den Kopf getroffen hast, was die Thematik angeht. Was hat Dich bewogen, das Buch zu schreiben?
      Kerstin: Fast jeder kennt wohl ein Kind, das geärgert oder ausgeschlossen wird, ob man das nun selbst einmal war oder der Sitznachbar in der Schule  oder die kleine Schwester eines Freundes. Um zur Zielscheibe von anderen zu werden braucht es nicht viel, das ist in jeder Gemeinschaft so, auch bei den Erwachsenen. Man spricht ein wenig anders oder man sieht anders aus, oder man ist vielleicht auch nur etwas schüchtern und empfindsam so wie Mia. Als ich beschlossen hatte, ein Kinderbuch zu schreiben, wollte ich eine Situation erschaffen, in der Kinder sich mit ihren alltäglichen Ängsten und Wünschen wiedererkennen können. 

           Zeilenreichtum: Hast Du Dir auch eine MdL gewünscht?
      Kerstin: Wenn ich als Kind gewusst hätte, dass es so etwas gibt, dann ganz sicher! Für mich waren meine Stofftiere immer Tröster und Begleiter, aber eine echte Maus, die sprechen kann und für die anderen unsichtbar ist, das wäre toll gewesen. Die MDL in „Mia & Serafina“ steht für eine Stimme, die dir Trost oder Mut spendet. Das kann sogar die eigene Stimme sein, wenn man sich selbst gut zuredet: du schaffst das jetzt, sei auch mal frech, trau dich was! 

          Zeilenreichtum: Glaubst Du, Kinder haben es heute schwerer als früher?
      Kerstin: Ob sie es schwerer haben, weiß ich nicht. Sicher ist Kindheit heute anders als vor 40 Jahren, als ich etwa in Mias Alter war. Die Welt ist für uns alle schneller und manchmal vielleicht unübersichtlicher geworden. Aber ich glaube, die menschlichen Verhaltensweisen ändern sich nicht wirklich, nur die äußeren Umstände. Ich erinnere mich an einen Jungen, den alle „Karotte“  nannten, als wir Kinder waren, wegen seiner roten Haare. Und das war nicht nett gemeint. Er nahm an dem gleichen Schwimmkurs teil wie ich, da mögen wir so 6 Jahre alt gewesen sein. Ich hatte Angst vor dem strengen Schwimmmeister, aber meine Mutter war immer dabei. „Karotte“ war allein und er wollte nicht ins Wasser. Da hob der Schwimmmeister ihn an einem Arm hoch, warf ihn ins Schwimmbecken und alle lachten. Dieser Junge war vielleicht einfach nur etwas ängstlich und er hatte rote Haare, das reichte offenbar, um ihn zum Außenseiter zu machen. Vielleicht waren die anderen Kinder auch nur froh, dass sie nicht ins Wasser geworfen wurden. Aber diese kleinen Gemeinheiten passieren jeden Tag, damals wie heute. Ich fand den Vorfall im Schwimmbad ganz furchtbar, sonst hätte ich es wohl auch nicht in Erinnerung behalten. 

         Zeilenreichtum: Inzwischen findet man ja viele Bücher von Dir, wie „Hermines Tür“ oder „Sushi und Labskaus“. Wie kommt es, dass Du Dich in so vielen verschiedenen Genres bewegst?
      Kerstin: Zuerst hatte ich „einfach so“ und „Hermines Tür“ geschrieben, beide eher ernst in der Thematik. Danach wollte ich mit „Sushi oder Labskaus“ ausprobieren, ob ich auch unbeschwerte Unterhaltung schreiben kann.  So kam auch der Wunsch nach dem Kinderbuch zustande. Ich wollte ausprobieren, ob ich das kann. Das Schreiben  hat mir großen Spaß gemacht. 

           Zeilenreichtum: Wie fühlt es sich an, seine eigenen Bücher bei Amazon zu finden?
      Kerstin: Das ist einfach toll! Ich bin froh und auch ein wenig stolz darauf. Jedes dieser Bücher ist auf seine Weise wichtig für mich. Die Möglichkeit, heutzutage auch ohne Verlag veröffentlichen zu können, finde ich einfach großartig. Abgesehen von meinem persönlichen Interesse daran bin ich überzeugt, dass der Buchmarkt sich positiv verändert. Inzwischen erscheinen auch Bücher über Nischenthemen, die früher vielleicht nur deshalb keinen Verleger gefunden  haben, weil eine Veröffentlichung  nicht gewinnversprechend  war.  Das kann man den Verlagen natürlich nicht zum Vorwurf machen, sie müssen  Geld verdienen. Auf jeden Fall wird der Buchmarkt so vielfältiger und bunter. Jeder, der eine Geschichte zu erzählen hat, kann dies verwirklichen. 

            Zeilenreichtum: War es schon immer Dein Traum, Autorin zu werden?
      Kerstin: In meiner Kindheit und Jugend, ja. Ich war schon immer eine Leseratte und habe schon in der Grundschule zahllose Hefte mit eigenen  Geschichten gefüllt. Später habe ich neben meiner Tätigkeit im kaufmännischen Bereich immer wieder kreative Phasen gehabt, in denen ich schrieb, jedoch brachte ich es nie bis zum vollständigen Manuskript. Das erste komplette Manuskript habe ich etwa vor 4 Jahren beendet, das war „einfach so“. 

            Zeilenreichtum: Gibt es ein Thema, das Du gerne behandeln möchtest, an das Du Dich aber nicht ran traust?
Kerstin: Ein Thema nicht, eher ein Genre. Ich lese oft Krimis und habe großen Respekt vor der Fähigkeit, einen kriminalistischen Plot mit Spannung und Dramatik herzustellen. Neben umfangreichen Recherchen, die sicher nötig sind um sich die Polizeiarbeit zu erschließen, braucht man vermutlich eine gewisse Schreibtechnik. Das möchte ich lernen. 

Zeilenreichtum: Wo kannst Du am besten schreiben? 
      Kerstin: Ich schreibe in meinem Arbeitszimmer am PC. 

           Zeilenreichtum: Was hast Du gedacht, als Dein erstes Buch gedruckt vor Dir lag?
Kerstin: Tschakka! Ich habe es geschafft, ich habe ein echtes Buch geschrieben!
      Nun ja, vielleicht nicht im Wortlaut, aber so ähnlich. Es war ein unbeschreibliches Hochgefühl!     

             Zeilenreichtum: Wenn Du nicht Autorin wärst, was wärst Du dann gerne?
Kerstin: Autorin. Im Moment ist es wirklich das, was ich am liebsten mache und ich wünsche mir nichts anderes.

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