Donnerstag, 22. November 2012

Shades of Grey - ein unverständliches Phänomen?

Ich muss ja zugeben, auch ich lasse mich manchmal von der Masse tragen und kaufe mir Bücher bei denen ich eigentlich schon vorher weiß, dass ich sie sowieso nicht mögen werde. Eines dieser Bücher ist Shades of Grey. Schon Band 1 war für mich eine echte Herausforderung an deren Ende ich mich gefragt habe, wie oft ich jetzt wohl von der inneren Göttin träumen werde. Sind wir doch mal ehrlich - literarisch ist das Buch keine herausragende Leistung aber trotzdem - ihr ahnt es sicher schon - habe ich natürlich auch die anderen Bände gelesen.

Man kommt ja nicht umhin festzustellen, dass Shades of Grey wohl irgendetwas haben muss, das die Massen bewegt. Ist es die Vorstellung vom reichen Liebhaber, der jeden Wunsch erfüllen kann? Oder ist es der Blick durch das Schlüsselloch in eine erotische Welt, die vielleicht manchmal auch die eigenen Träume beherrscht? Ich denke es ist weder noch, denn eigentlich gibt es genug Romane, die einen ähnlichen Inhalt haben. Hier wird es nur peinlich diese in der Öffentlichkeit zu lesen, da allein das Cover schon laut "inhaltslos" schreit. Ich glaube ein großer Vorteil von Shades ist der Ruf, auf der Grundlage der Twilight-Reihe entstanden zu sein. Mir hat sich die Verbindung nicht erschlossen aber anderen soweit ich weiß schon.

E.L. James hat auf jeden Fall etwas richtig gemacht aber was genau das ist, weiß sie vermutlich nicht einmal selbst. Wahrscheinlich hätte jede Frau gerne ihren persönlichen Mister Grey zu Hause im Keller und würde ihn gerne dann und wann aktivieren oder es ist einfach das Bild des vollkommen Gentleman, das moderne Männer heute erfolgreich aus dem Alltag verdrängt haben.

Nun gut, ich kann sagen, auch ich habe die Bücher gelesen und schließe mich damit einer grauen Masse an, die mehrere Stunden des Lebens damit verbracht hat, von einem Leben im Reichtum zu träumen und dabei über Wortwiederholungen (... der Mann den ich liebte), innere Göttinen und einen einfachen Schreibstil hinwegzusehen.

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